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Wie kann ich eine Sterbeversicherung steuerlich absetzen?

Sterbeversicherung
Sad, funeral and flowers with couple and coffin in church for death, respect and mourning. Grief, g

Ist eine Sterbeversicherung in Österreich steuerlich absetzbar?

Die finanzielle Vorsorge für den eigenen Todesfall wird für viele Menschen immer wichtiger. Eine Sterbeversicherung – oft auch als Begräbniskostenversicherung bezeichnet – kann dabei helfen, Angehörige finanziell zu entlasten. Doch neben der Absicherung stellt sich häufig eine zentrale Frage: Kann man eine Sterbeversicherung in Österreich steuerlich absetzen?

Die Antwort darauf ist nicht ganz so einfach, denn sie hängt von mehreren Faktoren ab. In diesem Beitrag erfährst du, wann und ob eine steuerliche Absetzbarkeit möglich ist und welche Alternativen es gibt.

Was ist eine Sterbeversicherung überhaupt?

Eine Sterbeversicherung ist eine spezielle Form der Lebensversicherung. Sie wird meist mit einer vergleichsweise niedrigen Versicherungssumme abgeschlossen, die im Todesfall ausgezahlt wird – in erster Linie zur Deckung der Begräbniskosten.

Typische Merkmale:

• Auszahlung im Todesfall
• meist keine lange Laufzeit erforderlich
• häufig auch ohne Gesundheitsprüfung möglich
• gezielte finanzielle Vorsorge für Bestattungskosten

In Österreich ist diese Form der Vorsorge besonders beliebt bei Menschen, die ihre Familie nicht finanziell belasten möchten.

Grundsätzliches zur steuerlichen Absetzbarkeit in Österreich

In Österreich gibt es klare Regeln, welche Versicherungen steuerlich berücksichtigt werden können. Entscheidend ist dabei, ob es sich um sogenannte „Sonderausgaben“ handelt.

Früher konnten viele Personenversicherungen steuerlich geltend gemacht werden – darunter auch bestimmte Lebensversicherungen. Diese Regelungen wurden jedoch in den letzten Jahren stark eingeschränkt.

Wichtig zu wissen:

• Die klassische Absetzbarkeit von Versicherungsprämien wurde weitgehend abgeschafft
• Nur bestimmte Altverträge profitieren noch von Steuerbegünstigungen
• Neue Verträge sind meist nicht mehr steuerlich absetzbar

Das betrifft auch die Sterbeversicherung.

Ist eine Sterbeversicherung heute noch steuerlich absetzbar?

Für neu abgeschlossene Sterbeversicherungen gilt in Österreich in der Regel: Nein, sie sind nicht steuerlich absetzbar.

Warum ist das so?

Die steuerliche Förderung von Personenversicherungen wurde reformiert, um das Steuersystem zu vereinfachen. Dadurch sind viele Vorsorgeprodukte – darunter auch Sterbeversicherungen – aus der steuerlichen Begünstigung gefallen.

Das bedeutet konkret:

• Beiträge zu neuen Sterbeversicherungen können nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden
• es gibt keine direkte steuerliche Entlastung über die Einkommensteuer
• auch eine teilweise Absetzbarkeit ist in der Regel nicht möglich

Gibt es Ausnahmen?

Ja, aber diese betreffen nur spezielle Fälle. Einige wenige Ausnahmen können bestehen:

1. Altverträge (vor bestimmten Stichtagen)

Wenn eine Versicherung vor der Steuerreform abgeschlossen wurde, kann sie unter Umständen noch steuerlich begünstigt sein.

Das gilt insbesondere, wenn:

• der Vertrag vor 2016 abgeschlossen wurde
• die damaligen Voraussetzungen erfüllt waren
• keine wesentlichen Änderungen vorgenommen wurden

In solchen Fällen kann eine eingeschränkte Absetzbarkeit weiterhin bestehen.

2. Kombination mit anderen Versicherungen

Manche Sterbeversicherungen sind Teil größerer Versicherungspakete, etwa im Rahmen einer klassischen Lebensversicherung.

Hier kann es vorkommen, dass:

• einzelne Bestandteile steuerlich anders behandelt werden
• Altregelungen greifen
• spezielle Vertragskonstruktionen Vorteile bieten

Allerdings ist das eher die Ausnahme als die Regel.

Können Begräbniskosten steuerlich abgesetzt werden?

Auch hier gibt es häufig Missverständnisse. Grundsätzlich gilt:

Begräbniskosten können in Österreich unter bestimmten Umständen als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt werden.

Das ist möglich, wenn:

• die Kosten nicht aus dem Nachlass gedeckt werden können
• keine ausreichenden Versicherungsleistungen vorhanden sind
• eine finanzielle Belastung tatsächlich vorliegt

Typische absetzbare Kosten sind:

• Bestattungskosten
• Grabstein
• einfache Grabpflege

Wichtig: Die steuerliche Absetzbarkeit greift nur, wenn eine tatsächliche finanzielle Belastung entsteht – und nicht, wenn eine Versicherung alles abdeckt.

Steuerliche Betrachtung: Versicherung vs. Eigenvorsorge

Wenn man die steuerliche Seite betrachtet, stellt sich die Frage: Ist eine Sterbeversicherung überhaupt sinnvoll, wenn sie nicht absetzbar ist?

Hier lohnt sich ein Vergleich:

Vorteile der Sterbeversicherung

• schnelle Auszahlung im Todesfall
• klare Zweckbindung
• Entlastung der Angehörigen
• einfache Planung

Vorteile von Eigenvorsorge (z. B. Sparen)

• volle Flexibilität
• keine laufenden Versicherungskosten
• keine Einschränkungen durch Vertragsbedingungen

Steuerlich gesehen haben beide Varianten heute kaum Vorteile – die Entscheidung hängt daher eher von persönlichen Präferenzen ab.

Worauf sollte man beim Abschluss achten?

Auch wenn keine steuerlichen Vorteile bestehen, kann eine Sterbeversicherung sinnvoll sein. Wichtig ist, auf die Details zu achten.

Achte besonders auf:

• Höhe der Versicherungssumme
• Laufzeit und Beitragsdauer
• mögliche Wartezeiten
• Gesundheitsfragen
• Flexibilität bei Änderungen

Ein genauer Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich in jedem Fall.

Häufige Irrtümer zur steuerlichen Absetzbarkeit

Rund um das Thema halten sich einige hartnäckige Missverständnisse. Hier die wichtigsten Klarstellungen:

• Sterbeversicherungen sind nicht automatisch steuerlich absetzbar
• die frühere Regelung gilt meist nicht mehr für neue Verträge
• Begräbniskosten sind nur unter bestimmten Bedingungen absetzbar
• eine steuerliche Beratung kann im Einzelfall sinnvoll sein

Fazit: Steuerlich meist kein Vorteil – aber trotzdem sinnvoll

Auch wenn die steuerliche Absetzbarkeit einer Sterbeversicherung in Österreich heute kaum noch gegeben ist, bedeutet das nicht, dass sie unnötig ist. Im Gegenteil: Für viele Menschen bietet sie eine wichtige finanzielle Absicherung.

Besonders sinnvoll ist sie für:

• Personen ohne ausreichende Rücklagen
• Menschen, die ihre Familie entlasten möchten
• alle, die Wert auf klare Vorsorge legen

Die Entscheidung sollte daher nicht primär aus steuerlichen Gründen getroffen werden, sondern aus dem Wunsch heraus, Verantwortung zu übernehmen und für den Ernstfall vorzusorgen.

Denn am Ende zählt nicht die Steuerersparnis – sondern die Sicherheit, dass im entscheidenden Moment alles geregelt ist.

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